Dr.  Albert Hellmeier

Tierarzt - Homöopathie

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Angst an SilvesterHund mit Angst

Während sich die meisten Menschen auf Silvester freuen, ist diese Nacht für viele Tiere ein Alptraum. Was für den Menschen ein schöner Brauch ist, versetzt viele Hunde in Panik. Und oft wird es von Jahr zu Jahr schlimmer.

Was können Sie tun, um Silvester für Ihr Tier angenehmer zu gestalten?

Wir unterscheiden kurzfristige und langfristige, medikamentöse und verhaltenstherapeutische Maßnahmen.

  • Homöopathie
    Ich habe speziell für die Angst an Silvester ein Komplexmittel (Anxioplex N) entwickelt, das Sie zehn Tage lang geben, von 21.  bis 29. Dezember.
  • Der verständliche Versuch, dem ängstlichen Hund durch gutes Zureden oder Streicheln Trost zu spenden, verschlimmert das Problem nur noch weiter. Die Zuwendung in diesem Moment stellt eine Aufmerksamkeit dar und bestätigt damit das Angst- verhaltens des Vierbeiners. Übersetzt wird dem ängstlichen Hund also vermittelt: „Brav bist du; Toll machst du das mit deiner Angst; Genau richtig verhältst du dich! Hab schön weiter Angst, dann bekommst Du Aufmerksamkeit in Form von Lob und Streicheleinheiten.“ Genau das wollen Sie nicht, deshalb:
    Weder das Alleingelassen werden, noch übermäßiger Zuspruch und tröstende Worte helfen dem Hund in seiner Situation. Verhalten Sie sich möglichst „neutral“, um die Situation nicht noch ungewöhnlicher zu machen. "Belohnen" Sie die Angst nicht unbewusst durch verstärkte Zuwendung wie Ansprechen, Streicheln, intensives Ansehen. Setzen Sie sich neben Ihren Hund und lesen Sie ein Buch oder essen Sie etwas. Dies hat auf Hunde eine beruhigende Wirkung. Wenn der Hund einen besonderen Zufluchtsort hat, den er von sich aus aufsucht, wie z.B. unterm Bett oder das Badezimmer, sollte dieser immer frei zugänglich sein. Fenster und Türen geschlossen halten und eine unauffällige Geräuschkulisse durch beispielsweise Radio oder Fernseher herstellen.
  • Caseinhydrolysat
    Seit Längerem in Form von Kapseln (Zylkene) oder als Futterbestandteil erhältlich. Nebenwirkungsfrei. Mindestens zwei Wochen vor Silvester beginnen.
  • Tryptophan
    Als essenzielle Aminosäure wird es im Körper zum "Gute-Laune-Botenstoff" Serotonin umgewandelt. Es sollte vier Wochen vor Silvester mit der Verabreichung begonnen werden. Keine Nebenwirkungen.
  • Theanin und Tryptophan
    Die Aminosäure Theanin erhöht die Freisetzung von Gamma-Amino-Buttersäure. GABA ist der wichtigste beruhigende Botenstoff im Gehirn (Sedarom).
  • Pheromone
    Unterstützend bei Unsicherheit und Angst. Keine Nebenwirkungen. Zwei bis drei Wochen vor Silvester beginnen.

  • Langfristige Maßnahmen
    • Homöopathie
      Eine homöopathisch miasmatisch-konstitutionelle Behandlung allein oder auch in Kombination mit einer Verhaltenstherapie kann regelrecht Wunder bewirken.
    • Verhaltenstherapie
      Bei der Behandlung einer Geräuschangst unterscheidet man Managementmaßnahmen und die eigentliche Verhaltenstherapie. Die Managementmaßnahmen sollen die Geräuschwahrnehmung des Hundes so reduzieren, dass er entsprechend seinem Trainingsstand gelassen bleiben kann.
      Hunde können z. B. lernen, Ohrstöpsel oder Kopfhörer zu tragen, durch die Geräusche gedämpft werden. Das Tragen muss mit dem Hund in kleinen Schritten und rechtzeitig vor Silvester geübt werden, wird dann aber sehr gut toleriert.
      Es ist zu empfehlen, bereits ab Mai mit der Therapie des Hundes zu beginnen. Auf Verhaltenstherapie spezialisierte Tierärzte finden Sie unter www.gtvmt.de.

Wichtig: Lassen Sie unbedingt einen Mikrochip implantieren. Vergessen Sie nicht die Registrierung. Damit kann Ihr entlaufenes Tier sicher wieder zurückvermittelt werden.

Welche Ursachen sind verantwortlich?

  • Verstärkung durch den Besitzer

siehe oben

  • Lernerfahrung

Die Angst vor einem bestimmten Geräusch wird im Verlauf immer stärker, da die Angst vor der Angst hinzukommt. Zu beobachten ist dies z. B. bei der Gewitterangst: Zunächst ist es der Donner, der die Angst auslöst, bald schon der starke Regen, der den baldigen Donner ankündigt, zu guter Letzt reicht der sich ändernde Luftdruck vor einem Gewitter, um die Angst auszulösen.

  • Mangelhafte Habituation

Dies ist der Fall, wenn Welpen nicht ausreichend mit verschiedenen Geräuschen, z.B. Haushaltsgeräten wie Staubsaugern und anderen Küchengeräten, dosiert konfrontiert wurden. Dies ist sinnvoll, damit er später keine Angst vor Geräuschen hat.

  • Genetische Veranlagung

Bestimmte Rassen (Hütehunde wie Border Collies oder Bearded Collies) sind häufiger von einer Geräuschempfindlichkeit betroffen als andere.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass Angstprobleme immer therapiert werden sollten. Ein Leben mit andauernder Angst kann zu psychosomatischen Erkrankungen führen und ist letztlich auch ein tierschutzrelevantes Problem.

Kontakt

Hauptstraße 11
85778 Haimhausen
Tel. +49-8133-2028

Mittwoch 20 November, 2019

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