Dr.  Albert Hellmeier

Tierarzt - Homöopathie

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Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen sind Krankheiten, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift.

Die Evolution hat im Lauf der Zeit ein sehr komplexes Abwehrsystem entwickelt, um kranke Zellen oder eingedrungene Krankheitserreger zu bekämpfen. Bei Autoimmunerkrankungen attackiert das Immunsystem jedoch körpereigene Zellen, weil es zwischen „gut“ und „böse“, zwischen „gesund“ und „krank“, zwischen körpereigenen Zellen und Krankheitserregern nicht mehr unterscheiden kann – meist mit schweren Folgen für den gesamten Organismus. Autoimmunerkrankungen können fast sämtliche Körperteile und Organe betreffen: Von der Haut über Gelenke, Muskeln, Magen-Darmtrakt, Blutzellen, das Auge bis hin zu Gehirn und Nervensystem.

Haut

Pemphigus
  • Pemphigus foliaceus: Diese Form tritt beim Hund am häufigsten auf. Zu Beginn zeigen sich Pusteln, die schnell aufbrechen und Krusten bilden. Es kommt zu hochgradigen Hautveränderungen meist an Pfoten, Krallen, Gesicht und Ohren. Aber auch eine großflächige Hautabstoßung am ganzen Körper ist möglich.
    Katzen zeigen ähnliche Veränderungen. Typisch sind bei ihnen Krallenbettentzündungen, mitunter mit typischem käsigem Eiter. Auch krustöse Veränderungen um die Zitzen treten auf.
  • Pemphigus erythematodes: Die Hautveränderungen beschränken sich auf Augen, Nase und Ohren und sind milder als beim Pemphigus foliaceus.
  • Pemphigus vulgaris: Diese Form tritt bei Hunden sehr selten auf. Hauptsächlich kommt es zu Abstoßungsreaktionen an den Schleimhäuten.
Lupus erythematodes
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Die Symptome dieser Erkrankung richten sich danach, welche Organe betroffen sind, meist Bewegungsapparat und Haut. Lahmheiten, geschwollene Gelenke und schmerzhafte Muskelentzündungen werden vielfach von Hautrötungen, Blasen, Pusteln, Krusten und Haarausfall begleitet. Typisch sind auch hohes Fieber, anhaltend oder in Schüben, und Blutarmut. Manchmal ruft ein SLE Nieren- und Herzerkrankungen oder Hirnhautentzündungen hervor. Meistens sind die Veränderungen an den Schleimhäuten besonders stark ausgeprägt.
  • Wenn nur die Haut betroffen ist, spricht man auch von einem cutanen Lupus erythematodes (CLE). Der Hautlupus ist vielen Collie-Haltern als „collie nose“ bekannt. Die Krankheit kann durch Sonnenlicht ausgelöst oder verstärkt werden.
  • Diskoider Lupus erythematodes (DLE): Diese Sonderform des CLE ist auf die lichtexponierte Haut beschränkt. Hauptsächlich betroffen ist deshalb die Nase.
Das Bullöse Pemphigoid führt zu Blasenbildung in den tiefen Hautschichten und damit zu tiefen Geschwüren.

Das Uveodermatologische Syndrom ist eine Erkrankung, bei der Entfärbung und Krustenbildung an Nase, Ohren, Lefzen und Augenlidern gleichzeitig mit einer Entzündung im Inneren der Augen auftreten. Die Entzündung der inneren Strukturen im Auge führt zur Erblindung.

Magen-Darmtrakt

  • Irritable Bowel Diesease (IBD) oder Irritable Bowel Syndrome (IBS) oder Reizdarmsyndrom

Unter dem Begriff IBD/IBS/Reizdarmsyndrom wird eine Gruppe von Darmerkrankungen zusammengefasst, die massive, chronische, aber sehr unterschiedliche Symptome verursachen. Diese „Darmkrisen“ kommen in Wellen und nehmen langfristig an Häufigkeit zu. Eine schulmedizinische Behandlung hilft oft nicht oder nur vorübergehend.

Symptome:

  • chronischer (wiederkehrender) Durchfall
  • oder chronische (wiederkehrende) Verstopfung
  • oder ein ständiger Wechsel von Durchfall und Verstopfung
  • häufiger Kotabsatz (bis 10x täglich), aber nur kleine Kotmengen
  • Kot schleimig, teilweise auch mit frischem Blut
  • Kot schwarz (Melaena) bei Magen-Darm-Geschwüren
  • Blähungen, aufgetriebener Bauch, auffallend laute Darmgeräusche
  • Schmerzen im (meist vorderen) Bauch bei Druck, manchmal aber auch lediglich bei Berührung des Bauches
  • Erbrechen
  • wechselnder Appetit, bis hin zu völligem Appetitverlust
  • Gewichtsabnahme
  • depressive Stimmung

Mögliche Ursachen:

  • allg. Fehlfunktion des Immunsystems
  • psychosozialer Stress bzw. psychische Probleme
  • Futterunverträglichkeit (Futtermittelintoleranz) oder Futterallergie
  • Rohfasermangel im Futter
  • gestörte Dünndarmperistaltik (zu langsame Passage des Futterbreis)
  • Fehlbesiedlung der Dünndarm-Mikroorganismen
  • Autoimmunerkrankung (Morbus Crohn)
  • bei der Katze möglicher Zusammenhang mit Lebererkrankungen (Cholangiohepatitis) und Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Mögliche Folgen:

  • beim Hund Magenerweiterung und Magendrehung
  • bei der Katze Malignes Lymphom (bösartige Tumore der lymphatischen Organe: Mandeln, Milz, Knochenmark, Lymphgefäße, Lymphknoten, Thymus)

Laboruntersuchungen:

  • CRP deutlich erhöht (immer)
  • Lymphozyten erhöht (lymphozytäre-plasmozytäre Enteritis) (häufig)
  • Eosinophile Granulozyten erhöht (gelegentlich)

Die Schulmedizin verwendet die Begriffe IBD/IBS/Reizdarm nicht mehr, sondern teilt diese Symptome (chronische Enteropathie CE) seit Kurzem ein in

- futtermittelresponsiven Durchfall (FRD), wobei unterschieden wird zwischen
    Futtermittelintoleranz (FI) (nicht immunologische Erkrankungen) und Futtermittelallergie (FA) (immunologische Erkr.)
- antibiotikaresponsiven Durchfall (ARD) und
- steroidresponsiven Durchfall (SRD) (Steroide = Kortison).

Da die Einteilung rein auf der Art der schulmedizinischen Therapie beruht, ist sie m.E. wenig geeignet, diesen Krankheiten gerecht zu werden (s.u.).


Blut

  • autoimmunhämolytische Anämie: Das Immunsystem attackiert und zerstört die roten Blutkörperchen. Symtome sind allgemeine Schwäche, weisses Zahnfleisch, der Urin kann sich durch Abbau von Hämoglobin dunkelbraun färben.
  • immunbedingte Thrombozytopenie: Bei dieser Krankheit werden die für die Blutgerinnung wichtigen Thrombozyten zerstört. Es kommt zu plötzlichen Blutungen am Zahnfleisch, aus der Nase oder im Magen-Darmtrakt. An dünn behaarten Körperstellen sieht man punktförmige Blutungen oder größere Blutergüsse. Kot und Urin können rot oder schwarz verfärbt sein.

Muskulatur

  • Myastenia gravis: Die Reizübertragung zwischen Nerv und quergestreiftem Muskelgewebe ist gestört. Die Folge ist eine Lähmung der Muskulatur. Typisches Zeichen ist eine belastungsabhängige Muskelschwäche, die sich im Ruhezustand des Hundes wieder bessert. Diese kann isoliert im Hundegesicht auftreten oder, besonders gefährlich, an der Speiseröhre. Die Hunde leiden dann unter Schluckstörungen und würgen Futter, das sie eben gefressen haben, sofort wieder heraus (Regurgitieren). Die Muskelschwächekrankheit kann auch zur Totallähmung und zu Atemnot führen.
    Die Erkrankung ist meistens erworben, selten angeboren.

Auge

  • Keratokonjunktivitis sicca: das trockene Auge ist eine Erkrankung der Binde- und Hornhaut, die durch das langsame oder plötzliche Versiegen der Tränenproduktion entsteht.
  • Keratitis superficialis chronica Überreiter: ist eine progressive, entzündliche Erkrankung der Hornhaut, die durch Überempfindlichkeit auf UV-Strahlen ausgelöst wird. Die Entzündung der Hornhaut tritt stets in beiden Augen auf, kann aber unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie tritt überwiegend beim Deutschen Schäferhund und Schäferhund-Mischlingen auf.
Beispiele für Autoimmunerkrankungen des Menschen sind Psoriasis, rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie, Polymyositis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose.

Ansteckung

Autoimmunerkrankungen sind nicht ansteckend.

Übliche Therapie

Um Autoimmunerkrankungen zu behandeln, muss das Abwehrsystem so weit geschwächt werden, dass es die eigenen Zellen nicht mehr als körperfremd erkennt. Dazu werden so genannte Immunsuppressiva eingesetzt. Das bekannteste immunsuppressive Medikament ist Cortison. Besonders am Anfang der Behandlung sind sehr hohe Dosierungen notwendig, um ein Abklingen der Symptome zu erreichen. Langfristig kann dann versucht werden, die Dosis zu verringern, um die starken Nebenwirkungen von Cortison zu vermeiden. Ziel ist es, die Dosis herauszufinden, bei der das Abwehrsystem gerade noch die eigenen Hautzellen toleriert. Wenn die Gabe von Kortison keine ausreichende Wirkung zeigt, kann sie mit Zytostatika aus der Tumortherapie kombiniert werden. Die meist bestehende Sekundärinfektion mit Bakterien bedarf in der Regel einer Behandlung mit Antibiotika. Da das UV-Licht einen Einfluss auf die Entstehung von Autoimmunerkrankungen hat, sollten betroffene Hunde möglichst wenig dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Man kann auch Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Es gibt auch spezielle UV-Schutzbrillen für Hunde zu kaufen.

Mein Behandlungskonzept:

Ich verfolge grundsätzlich einen homöopathisch-miasmatischen Behandlungsansatz.
Ich therapiere nicht den Namen der Krankheit, sondern individuell das kranke Tier.
Die Erfolge sind erstaunlich. Je früher die Behandlung begonnen wird und je weniger Cortison und andere immunsuppressive Medikamente eingesetzt wurden, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Kontakt

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Tel. +49-8133-2028

Samstag 25 Januar, 2020

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